Kommentar der Woche

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DUBAI AIR SHOW: INDIGO BESTELLT 430 AIRBUS A320NEO

von Peter Pletschacher und Co-Autor Hendrik Durst (Quelle: "Flugpost" 46, 20.11.2017)

Am vorletzten Tag der Dubai Air Show 2017 hat Airbus die größte Flugzeugbestellung in der Firmengeschichte des Konzerns an Land gezogen: Der US-Investor Indigo Partners kaufte auf einen Schlag 430 Flugzeuge der A320neo-Familie: 273 Exemplare in der Standardversion A320neo und 157 in der längeren Version A321neo. Die Mittelstreckenjets mit einem Listenpreis-Wert von insgesamt 42,2 Mrd. Euro sollen bei den Billigfluggesellschaften Frontier Airlines (USA), JetSmart (Chile), Volaris (Mexiko) und WizzAir (Ungarn) zum Einsatz kommen. Bisher galt eine Großbestellung des indischen Billigfliegers IndiGo (250 Flugzeuge) aus dem Jahr 2015 als größter Deal von Airbus; die Airline steht trotz der Namensgleichheit in keinerlei Verbindung zu dem US-Investor. 

Für Airbus war die Großbestellung eine mehr als willkommene Nachricht, denn die Luftfahrtmesse in den Vereinigten Arabischen Emiraten war zuvor zu einer Hiobsbotschaft für den Konzern geworden: Emirates hatte einen im Vorfeld angekündigten Auftrag für circa 36 Exemplare des Superjumbos Airbus A380 in letzter Minute abgesagt und stattdessen überraschend bei Airbus' amerikanischem Erzrivalen 40 Boeing 787-10 Dreamliner bestellt. Für Airbus ein Eklat, dessen A380 aufgrund mangelnder Bestellungen ohnehin eine ungewissen Zukunft hat. Immerhin – laut Insidern laufen mit Emirates noch Verhandlungen für die 36 A380.

Wie dem auch sei: Dank des Hamsterkaufs von Indigo Partners kann sich Airbus in Moment in Sicherheit wiegen, denn der Auftragsbestand des Konzerns liegt nun über der Marke von 7000 Verkehrsflugzeugen. Somit sind die Bestellungen bei Airbus nach wie vor größer als die Auslieferungen, und das Auftragsbuch kann weiterhin Wachstum verzeichnen.